Depression?
Keine Ahnung.
Zumindest können Sie aber davon ausgehen, dass es mir gut geht. Und darum geht es ja im Wesentlichen, denke ich. Dass Sie sich keine Sorgen machen.
Über Ihr Geld müssen Sie sich auf jeden Fall auch keine Gedanken machen. Darauf passen ja die Vermögensverwalter auf. Wäre ja noch schöner, wenn IHR Geld von MEINEM Zustand oder Aufenthaltsort abhängig wäre.
Stellen Sie sich das mal vor: Sie kommen aus dem Urlaub, Geld weg wegen Börsencrash.
Oder – noch besser: Jörder kommt aus dem Urlaub, ALLE Kundengelder weg wegen Börsencrash.
Das geht ja gar nicht!
Mit ein Grund, weswegen ich nur mit Risikomanagern arbeite und noch dazu breit streue. Um für die mir anvertrauten Gelder im Rahmen der vom Kunden gewählten Anlagestrategie jederzeit eine maximale Sicherheit zu erreichen!
Aber zurück zum Thema:
Ich habe manchmal solche Phasen, wissen Sie. Wenn man einfach nicht ans Telefon gehen will. Weil alles irgendwie so schwer ist. Und so viel. Kennen Sie das?
Die meisten wohl eher nicht. “Man” muss ja funktionieren. Hamsterrad und so.
Ein lieber Freund und Kollege hat mir auch mal geraten, doch mal Tabletten zu nehmen. Nur eine kleine Dosis. Das helfe ihm auch.
Aber: Warum?
Ist es nicht MEIN Leben?
Unsere Welt ist ja eh bescheuert.
Schauen Sie doch mal: ICH muss jeden DreiEuroAchzichBeleg in die Hand nehmen und für meine Steuer irgendwo reinelstern. Dabei ist Geld ja überhaupt nicht das Problem. Wenn es darum geht, in der Ukraine paar 10.000 Menschen tot zu schießen, dann sind 100 Milliarden doch nur ein kollektives Kopfnicken entfernt. Und ICH soll jetzt wegen 3,80 Euro irgendeinen ZETTEL in die Hand nehmen?
Wollt Ihr mich verarschen?
Das ist MEINE LEBENSZEIT!
Schuldigung, ich werde emotional.
Meine Mutter hatte ja Parkinson. Und wissen Sie, ich glaube, das könnte VIELLEICHT was mit den Psychopharmaka zu tun haben, die sie seit ihrem 40. Lebensjahr oder so eingeworfen hat – und die mir der befreundete Kollege jetzt ans Herz legt.
Als junger Mensch bekommt man das ja gar nicht so mit, was die Eltern so nehmen, aber wenn es dann so weit ist … na ja, bei mir war es wohl etwas spät, als mir wirklich bewusst wurde, was meine Mutter da eigentlich so alles nimmt. Während eines gemeinsamen Urlaubs habe ich sie mal dabei beobachtet, wie sie ihre Tabletten richtet. 16 oder 18 Mal macht es jeden Tag “plopp”, und ein schönes buntes Pillchen hüpft auf den Tisch. Ich glaube, sowas kann echt zum Ritual werden. Ja es war geradezu ein Zelebrieren, wenn ich den Gesichtsausdruck meiner Mutter damals richtig gedeutet habe.
Und dann habe ich gedacht: Und das passiert jeden Tag aber- und abermillionenfach auf der ganzen Welt, alles daheim im stillen Kämmerlein, jeder für sich, keiner schaut zu, und irgendwann wird man dann von der Verwandtschaft angesprochen, was denn mit der Mutter los sei, sie sei so abwesend. Und man stellt fest, dass man selbst die schleichenden Veränderungen überhaupt nicht so wahrgenommen hat wie jemand, der sie nur ein oder zwei Mal im Jahr sieht.
Geniales Geschäftsmodell … und die Kasse bezahlt’s …
Mein Blick auf unsere Schulmedizin hat sich seit meinem Hexenschuss 2004 sowieso etwas verändert, hatte ich hier mal was dazu geschrieben:
“Geld der Zukunft” – Die dritte Kachel
Auf jeden Fall war ich ja auch mal bei so einem Psycho-Menschen. Irgendwo hab ich mal gehört, dass in der Regel die Menschen Psychologie studieren, die denken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Und um sich selbst besser verstehen zu können, studieren sie dann Psychologie – und werden dann Psychotherapeut oder Psychiater oder sowas.
Als Ergebnis sitzen dann also Menschen, die schon früh erkannt haben, dass sie eine psychologische Störung haben, als Therapeuten vor denen, die irgendwann mal später in eine Situation geraten sind, in der sie psychologische Probleme haben.
What a wonderful world this would be …
Na ja, mein Psycho war auf jeden Fall ganz okay, aber ich glaube, ich habe den einfach nicht ernst genommen. Tut mir leid … aber ist wohl so.
Ob das jetzt natürlich von mir so clever war, steht auf einem anderen Blatt. Aber zumindest hat die BARMER die Kosten übernommen.
Im Gegensatz zu den Kosten meiner Mutter für ihre Behandlung in der Schweiz übrigens, die die Sachbearbeiterin mit den Worten abgelehnt hat: “Herr Jörder, sie rennen bei mir offene Türen ein – aber ich darf es nicht genehmigen.” Aber das ist ja wieder ein anderes Thema.
Auf jeden Fall fand er es aber erstaunlich, dass ich bereits mit 15 oder 16 begonnen hatte, mich in gewissen Situationen selbst zu beobachten. Ich hatte ihm erzählt, dass ich es mit 15 total Banane fand, Liebeskummer zu haben und deswegen völlig traurig zu sein. Denn mal ehrlich: 15!?! Das ist ja bestimmt nicht der letzte Liebeskummer in deinem Leben. Wie bescheuert ist es da, sich jedes Mal komplett ins Tal der Tränen zu stürzen und zu leiden wie ein Hund?
Also hatte ich damals beschlossen, mich beim Liebeskummer Haben zu beobachten. Und schon war es nicht mehr so schlimm.
Mein Psycho fand das erstaunlich, dass ich da schon so früh so sensibel war. Heute nennt man das glaube ich Achtsamkeit.
Ein Wort, das ich glaube ich das erste Mal bewusst von Daniele Ganser gehört habe.
Daniele Ganser ist insofern sehr wichtig für mich, als sein Vortrag bei der AZK mich echt umgehauen hat:
Da siehste einmal so einen Vortrag, und dann? “Rote Pille” nennen das glaube ich einige.
Ein weiterer Redner bei dieser Veranstaltung war übrigens Franz Hörmann, mit dem mein guter Freund Martin ein super Interview zum Thema Geld gemacht hat:
Vielleicht musste Hörmann ja auf kleinere Plattformen ausweichen, da er im Fernsehen scheinbar nicht mehr stattfinden darf:
Na ja, wer am Geld rüttelt, wird halt nicht mehr eingeladen. Das wissen wir ja inzwischen. Denn Geld regiert die Welt, und jeder Veränderungswunsch im Sinne des Gemeinwohls muss als Angriff auf diese Regierung verstanden und entsprechend abgewehrt werden.
Für alle Zweifler, die nicht glauben wollen, dass ich den Martin kenne: DOCH!

Na ja, auf jeden Fall habe ich manchmal die absolute Gewissheit, dass ich es bin, der die Welt retten muss – wie sonst sollte ich auf die Idee kommen, meine Aktivitäten zu dokumentieren in einem
Buch.
Und dann denke ich wieder: Ääääähhhh … was machst du da eigentlich? In diesen Situationen lege ich mich dann auf die Couch und beobachte mich dabei, wie ich über meine Gedanken nachdenke.
Aber vielleicht klappt es ja mit dem Projekt, für das mich der Martin begeistert hat:
Besseres Geldsystem – Aufgabe vorerst erledigt
Wir werden sehen …
Wem das zu viel Geschwurbel ist:
Sie können aufatmen – hier is fäddisch!
